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Gedankengänge

Erst wenn das Wasser aufwärts fließt, werden wir erkennen,

dass die Welt Kopf steht.

 

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Oh Du Fröhliche

Wir gehen in Gedanken ein paar Jahre zurück…Weihnachtsfest anno ich-weiß-nicht-mehr-so-genau.

 

Wie jedes Jahr kämpfe ich damit den Christbaum aufzustellen. Wie jedes Jahr? Nein, diesmal ganz sicher nicht. Ich werde einfach meinen Freund Paul anrufen, und ihn um Unterstützung bitten. Gesagt – getan.
Und wie es bei Paul so üblich ist, war er in einer knappen halben Stunde bei mir vor Ort. Bewaffnet mit jeder Menge Utensilien, die es erleichtern sollen, den Weihnachtsbaum aufzustellen und abzusichern. Denn mit einer Horde Kleinkinder und Unmengen von Haustieren kann man nie vorsichtig genug sein.

 

 

„Ich danke Dir Paul, dass Du so rasch gekommen bist!“

„Keine Ursache – Du kennst mich ja. Wo liegt das Problem?“

„Na ja, Du weißt ja. Baum richtig zuschneiden, Baum richtig aufstellen, Baum richtig absichern,…!“


 

Paul ist einfach wesentlich kreativer als meine Wenigkeit und so wurden sukzessive alle potentiellen Gefahren aus dem Weg geräumt. Das ist eigentlich nicht der Grund, warum ich diese Geschichte nieder schreibe.
Wie erwähnt ist Paul sehr einfallsreich. Während wir uns daran machten, die vier Meter Tanne in eine Wohnung mit der Raumhöhe von zweieinhalb Metern zu bringen, um mit der Stichsäge ein wenig nachzuhelfen die richtige Höhe zu erreichen, wurde Paul von der Weihnachtsstimmung gepackt und trällerte vor sich hin:

 

 

„Leise rieselt der Staub,
ich werd schön langsam taub,
Stichsäge schallt durch das Haus
bis uns der Strom fällt aus.“

 

 

Wir grinsten einander zu, jedoch war dies erst der Anfang. Paul konnte mit der textlichen Veränderung von Weihnachtsliedern gar nicht mehr aufhören.
Als wir den Baum auf Raumhöhe gebracht hatten, meinte Paul, dass es angebracht wäre, das Grünzeug sicherheitshalber an der Wand zu befestigen. Mit einem nahezu unsichtbaren Seil, welches er aus seinem Fundus mitgebracht hatte.
Dazu war es aber notwendig, dass ein kleines Loch in die Wand gebohrt werden musste. Also schnappte Paul das Arbeitsgerät und bevor er damit begann, das Mauerwerk zu durchlöchern, begann er folgende Zeilen darzubieten:

 

 

„Oh Bohrmaschin, oh Bohrmaschin,
rutscht Du mir aus – ist alles hin.
Dann fang ich zum Verputzen an,
war nicht geplant, als ich begann.

Oh Bohrmaschin, oh Bohrmaschin,
rutscht Du mir aus ist alles hin.“

 

 

Nun war also das Loch gebohrt. Ein Dübel und ein Haken waren vonnöten, um das Seil auch dementsprechend anbringen zu können. Paul kramte in seiner Schachtel und schmetterte mir gesanglich entgegen:

 

 

„Alle Jahre wieder,
find ich die Dübel nicht,
ich knie mich jetzt nieder,
und Du machst mir Licht.

 

Sollt ich sie nicht finden,
müssen wir aus dem Haus,
uns dann überwinden,
und in die Kälte raus.“

 

 

Es blieb uns erspart, denn Paul fand in seinem geordneten Chaos noch einige passende Dübel und so konnten wir den Haken anbringen. Apropos Chaos. Mein Freund musste die zweite Schachtel komplett ausräumen, um hier möglicherweise das passende Metallstück zu entdecken. Und er sang schon wieder:

 

 

„Ihr Häkelein kommet, oh kommet doch all,
zu Paulchen her kommet, bevor ich noch knall,
die Schachtel als Ganzes mit Wucht an die Wand,
los schon ihr Haken, springt mir in die Hand.“

 

 

Meine Wand blieb verschont, denn auch bezüglich des Hakens wurde Paul fündig. Reingedreht – Seil angebracht – und den Baum befestigt. Nun musste natürlich noch die Widerstandsfähigkeit getestet werden. Damit die Tanne auch bei höchster Belastung stehen bleiben würde. Und Paul – na lesen sie einfach selbst:

 

„Schwing Bäumchen, schwingewingewing,
schwing Bäumchen schwing.
Lass den Haken halten,
sonst muss ich gestalten,
eine Lösung besser,
komm gib ihm an Stessa.
Schwing Bäumchen, schwingewingewing,
schwing Bäumchen schwing.“

 

 

War gar nicht so einfach, hierbei konzentriert zu bleiben. Aber wir haben dennoch ganz gut gearbeitet und so war der Christbaum ganz sicher aufgestellt und ich konnte in Ruhe mit der Schmückung des Zimmerklos für Hunde beginnen. Doch bevor ich damit anfing, tranken Paul und ich noch in Ruhe einen Kaffee und ich kredenzte Weihnachtsgebäck, welches ich beim Bäcker meines Vertrauens erworben hatte. Und nicht mal hier konnte Paul ruhig bleiben…

 

 

„Heut kommt der Nespresso-Mann,
kommt mit seinen Gaben.
Zucker, Milch und Kaffeetass,
das find ich so richtig klass,
Kekse stets im Übermass
möcht ich gerne haben.“

 

 

Also wenn das keine positive Einstimmung auf Weihnachten ist – dann kann ich euch auch nicht mehr helfen. Also …Lasst uns froh und munter sein!

 

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